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Der Bezirk Gonten im Überblick In der Gründungsurkunde der Pfarrei Appenzell (1071) werden die Flurnamen Kronberg und Himmelberg in Gonten erstmals erwähnt. Gonten, in alten Schriften als "Gunta" bezeichnet, dürfte seinen Namen tatsächlich von den Moortümpeln ("Gonte") erhalten haben, welche die Landschaft dieses Hochmoores früher prägten.
Gonten, das war seit geschichtlichen Zeiten das Tal zwischen Höhe (Hundwiler Höhe) und Kronberg, das Gebiet der Rhode Gonten. Die Randgebiete der Rhode Stechlenegg (Hintergonten) und der Rhode Rinkenbach (Rapisau) kamen 1873 mit der neuen Staatsordnung dazu und bilden heute den Bezirk Gonten. Er umfasst eine Fläche von 2'472,57 ha, wovon 2'390,33 ha als produktive und 82,24 ha als unproduktiv ausgeschieden werden. Der Bezirk Gonten, d.h. das Hochtal von Gonten, hat die gemeinsame Geschichte des Landes Appenzell. Über die Freiheitskriege und die Landteilung hat die Bevölkerung dieser Talschaft bis in die heutige Zeit das kleine Land Appenzell Innerrhoden mitgestaltet und hat auch mitgelitten. Die Gontner zeichneten sich dabei vor allem als Hüter des alten Glaubens aus (1522 und 1531) und standen im sog. "Sutterhandel" treu zu ihrem volksverbundenen Badwirt, Landammann und Reichsvogt Joseph Anton Sutter ("Seppli", geb. 1. März 1720, hingerichtet am 9. März 1784, rehabilitiert 1828). Weltberühmte Gontnerinnen und Gontner gibt es nicht. Doch Gonten hat neben dem erwähnten Badwirt Joseph Anton Sutter drei weitere Landammänner gestellt. Kirchliches Zur
Gemeinde gehört auch die Pfarrei St. Verena mit 1'105 Gläubigen (Stichtag
31. Dezember 2003). Gonten erhielt im Jahre 1647 die Pfarrrechte. Dies
gelang erst nach einem nicht unhitzigen Kampf, denn die Regierung und
die Randgebiete Richtung Dorf Appenzell sträubten sich dagegen. 1863-66
wurde die heutige, ursprünglich neugotische Kirche (903 m. ü. M.) errichtet;
in den Jahren 1970/71 wurde sie innen und aussen erneuert und dem damaligen
modernen Empfinden und der neuen Liturgie angepasst. Die Pfarrkirche
in ihrer baulich und künstlerisch ansprechenden Renovation sowie die
1980 errichtete Friedhofkapelle und der gepflegte Gottesacker bilden
heute ein Juwel im Dorfbild. Sie sind ein augenfälliges Denkmal des Glaubens
und der Gebefreudigkeit der Bevölkerung. Im Jakobsbad besteht seit 1851
als bedeutendes religiöses Zentrum das Kapuzinerinnenkloster "Leiden
Christi" mit bekannter Apotheke. Sieben Flurkapellen zeugen von christlicher
Verwurzelung. Weitere Informationen finden
Sie unter Kirchgemeinde.Schulisches Die Schule Gonten umfasst das Dorf Gonten sowie
die Weiler Gontenbad und Jakobsbad.
Sie ist eine politisch selbständige Körperschaft. An der jährlich im Frühling stattfindenden Schulgemeinde
wird u.a. über die Jahresrechnung sowie über die Steuerfussfestsetzung befunden. Die Schule beheimatet die 1. 6. Primarklasse sowie den Kinder- und Vorkindergarten.
Die Real- und Sekundarschule sowie das Gymnasium werden in Appenzell besucht.Das Schulhaus ist mit der modernsten Infrastruktur ausgerüstet. Den Schulzimmern sind Gruppenräume zugeordnet. Ein modernes Netzwerk sorgt dafür, dass sich unsere Schüler mit den neuesten EDV-Technologien vertraut machen können. Zur Zeit befindet sich ein Hartplatz für den Schul- und Erwachsenensport in Planung. Mit Unterstützung der Eltern sind der Schulrat und das Lehrerteam bemüht, die Kinder nach christlichen Grundsätzen zu lebensbejahenden und gemeinschaftsfähigen Menschen zu erziehen. Politisches und Wirtschaftliches Der Bezirk Gonten ist etwas grösser als die Pfarrei, da er im Osten auch das Gebiet von Rapisau umfasst. Er zählte am 31. Dezember 2003 1'382 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon bekannten sich 1'235 zum katholischen und 89 zum reformierten Glauben; 34 bezeichneten sich als konfessionslos; 6 waren Muslime, 1 war Orthodoxer und 7 gehörten anderen Bekenntnissen an. Im Jahre 1850 zählte man 1'202 Einwohnerinnen und Einwohner. 1900 stieg die Zahl auf 1'594 und erreichte 1910 mit 1'621 den höchsten Stand. Der grösste Rückgang dürfte zwischen 1960 und 1970 mit 11,6% zu verzeichnen sein. Die Zahlen sprechen für sich. Sie widerspiegeln einen Rückgang vor allem der landwirtschaftlichen Bevölkerung, eine starke Abwanderung und die damit verbundene Überalterung. Die sind schmerzliche Feststellungen, denen die Einwohnerschaft mit gemeinsamen Anstrengungen entgegenwirken wollte. Einen neuen Aufschwung brachten Zonenplanung, zielbewusste Subventionierung für Wohn- und Stallbauten sowie die Erschliessung der Liegenschaften durch den Bau von Güterstrassen. Über zwanzig Flurgenossenschaften wurden gegründet. Diese haben mit Beiträgen von Bund, Kanton und Bezirk gegen 50 km geteerte Güterstrassen erstellt. Mit der Gründung einer Wasserkorporation und der Fassung von Grundwasser konnte die Wasserversorgung bis in die entlegensten Höfe geschaffen werden. Verschiedene neue Betriebe entstanden, so ein Textilunternehmen, eine grosse Sägerei und eine weitere Zimmerei. Die Mineralquelle Gontenbad vermehrfachte ihren Umsatz und packt unter der Leitung der Tochter des ehemaligen Eigentümers initiativ und erfolgreich die Zukunft an.
Nebst der privaten Initiative (Ausbau der Gewerbebetriebe, Niederlassung eines Arztes und eines Zahnarztes) hat auch die öffentliche Hand auf allen Ebenen ihren Beitrag geleistet. Sehr wichtig war insbesondere der Entscheid der Bezirksgemeinde von 1969, die in Dorfnähe gelegene Liegenschaft St. Loreto zu kaufen und günstig Boden an bauwillige Einheimische und ZuzügerInnen abzugeben. Dort stehen nun über fünfzig Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Umgestaltung der Erwerbsstruktur in den letzten drei Jahrzehnten konnte so erfolgreich aufgefangen werden. Im Frühjahr 2001 beschlossen die BezirksgenossInnen, die Liegenschaft "Gehrersbisches" beim Schulhaus zu erwerben, um an zentraler Lage wieder Land für Wohnbauten und weitere EinwohnerInnen abgeben zu können. Gontnerinnen und Gontner, einheimische und zugezogene, pflegen in gut dreissig Vereinen gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Gemeinschaft. Über die Kantonsgrenzen hinaus kennt man wohl den Volleyballclub Appenzell-Gonten. Die Behörden von Bezirk, Kirche und Schule versuchen, ihren Beitrag zu einer aufgeschlossenen, lebenswerten Gemeinde zu leisten, in der sich möglichst alle wohl und daheim fühlen. Januar 2004 Bearbeitung der Kurzfassung von Hauptmann Josef Holderegger durch Josef Manser, Bezirksaktuar
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