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Kurzporträt Kirchgemeinde St. Verena Gonten
Ihre
Wappen sind im Foyer des Mehrzweckgebäudes festgehalten. Ins Bezirksgebiet
gehören übrigens Richtung Urnäsch auch die Halbrhode Stechlenegg
und Richtung Appenzell die Halbrhode Rinkenbach. "Rhode" kommt
von lat. "rota", das Rad, der Kreis, und bezeichnet eine verwaltungsmässige
Einheit. Erst 1873 wurden die Rhoden als politisch-militärische
Organisation aufgelöst und die Bezirke geschaffen. Die Rhoden mit
unterschiedlich hohem Vermögen haben heute nur noch kulturelle Bedeutung. Traditionell
werden allen Rekruten ein sog. Rekrutengeld ausbezahlt, kulturelle Zwecke
unterstützt und am Fronleichnam sowie an der Landsgemeinde Ehrenleistungen
erbracht. Schon seit 1865 liegt die Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten
nicht mehr bei der Rhode. Die neue Kirchgemeinde mit der Kirchgemeindeversammlung,
Kirchhöri genannt, erfüllt die staatskirchenrechtlichen Aufgaben
mit Steuerbezugsrecht. Die Kirchhöri wird seit 2002 am Freitagabend
vor Palmsonntag durchgeführt. Vorher fand sie am Nachmittag des
Palmsonntags bzw. des Passionssonntags statt. 1895 wurde die Schulgemeinde geschaffen, welche den Aufbau der Volksbildung gemäss der Bundesverfassung zu besorgen hat. Vor 1848 war auch die Schulung faktisch Angelegenheit der Kirche. Meistens waren die Pfarrherren die einzigen, die gebildet waren und lesen und schreiben konnten; sie gaben diese Fertigkeiten in privatem Unterricht und als Lateinschulen weiter.
Der Pfarrherr wird nebst dem Pfarreirat und einem Pfarrsekretär (Hans Fuchs) unterstützt durch die Katechetinnen Sr. Mirjam Pia Huber, Frau Mutter im Kloster "Leiden Christi", und Frau Luzia Fässler-Bechtiger. Der Kirchenchor St. Cäcilia mit 26 Mitgliedern hilft Gottesdienste musikalisch mitgestalten. Probe ist jeden Dienstag um 20.15 Uhr im Mehrzweckgebäude unter der begeisternden Leitung von Br. Karl Bauer vom Kapuzinerkloster. Gottesdienste sind jeden Sonntag um 09.15 Uhr sowie jeden Mittwoch um 07.15 Uhr für die Schüler und am Donnerstag um 09.00 Uhr für Frauen und Mütter. Als weiterer kirchlicher Verein nebst der Frauengemeinschaft (FG) bietet das Jugendforum Gonten (JFG), unterstützt durch Kirche und Bezirk, den Jungen ab dem siebten Schuljahr ein Angebot für eine sinnvolle Freizeitgestaltung in sozialer, kultureller und religiöser Art. Das JFG steht allen offen ohne Unterschied der Konfession oder Religion.
Die
kirchliche Prägung Gontens schlägt sich heute noch im Wappen
der politischen Gemeinde nieder. Gelb und Rot sind die Farben Spaniens,
wohin sich früher viele Landsleute als Söldner verdingten.
Grün bedeutet vermutlich die grüne Landschaft Gontens. Spanien
war die Heimat des hl. Apostels Jakobus, der in Santiago de Compostela
begraben liegt. Im Mittelalter und heute wieder zunehmend aktuell ist
die Wallfahrt nach Santiago. Der sog. Jakobsweg führte vermutlich
auch viele internationale Pilger über Gonten. 2008 wurde er neu
lanciert. Die sonderbaren Gegenstände
im Gontner Wappen stellen die Wanderstäbe des hl. Jakobus dar. Er
hat sie nach einer Legende von Santiago weggeschleudert; sie sollen an
den Kronberg gefallen sein; es gibt auch die umgekehrte Version. An
seinem Nordhang entspringt daher die sog. Jakobsquelle. Bis 1925 stand
dort eine Kapelle. Sie wurde nach Osten verlegt und wird durch die Pfarrei
Appenzell betreut. Das Wasser der Quelle kommt gemäss Farbversuchen
in Rapisau wieder zum Vorschein. Die Siedlung am Fusse der Jakobsquelle
bzw. des "Krähenberges" heisst
denn auch Jakobsbad. Mineralhaltige Quellen liessen dort seit 1576 einen
bekannten Badebetrieb entstehen, der bis zum Ersten Weltkrieg blühte.
Die Errichtung der Pfarrei Gonten musste hart erkämpft werden. Vorher gehörte das Hochtal von Gonten zur Pfarrei St. Mauritius Appenzell. Erst 1647 bekam Gonten die Pfarrrechte. Ab 1478 stand in Gonten eine Kapelle, die der heiligen Verena, der Gefährtin von St. Mauritius, geweiht war. Sie wurde im Jahre 1600 durch einen Turm ergänzt und 1623 und 1776 zu einer eigentlichen Kirche samt Beinhaus vergrössert. 1863-66 wurde die heutige Kirche im neugotischen Stil mit viel Fronarbeit der Bauern und Handwerker erstellt. 1970/71 wurde sie renoviert und dem damaligen Geschmack und den Neuerungen der Liturgie angepasst. Auch eine neue Orgel wurde eingebaut. 1980 wurde wieder eine Friedhofkapelle als Aufbahrungsstätte errichtet. Nach wie vor gehören der Friedhof ins Eigentum und das Bestattungswesen in den Aufgabenbereich der Kirchgemeinde Gonten. Seit 1. Januar 2004 wird dieses allerdings im Leistungsauftrag des Bezirkes geführt. Schon im 17. Jahrhundert wurde übrigens in Gonten ein Marienbildnis verehrt, und es entwickelte sich eine Wallfahrt zu Maria zum Trost, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt war und sehr gepflegt wurde. Alle Bauten und Einrichtungen nützen nichts, wenn eine Gemeinde nicht lebt und wirkt, zusammenarbeitet und zusammenhält. Dies darf erfreulicherweise bis heute doch bejaht werden. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie vom Angebot der Pfarrei und der Kirchgemeinde Gonten regen Gebrauch machen und aktiv mitmachen würden und wir Sie da oder dort begrüssen dürften. Wir heissen Sie in diesem Sinne alle herzlich willkomm in der Verena-Pfarrei! Aktuelle Gottesdienstordnung: www.kath.ch/gonten/ Juli 2009 / Josef Manser Fotos: Louis Nef, Gonten, Marc Hutter, Appenzell (Wappen), Landesarchiv Appenzell (Lorettokapelle), Markus Wetter, Gonten (Jakobsbad) |
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